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CBBS Best Paper of The Year 2017

  

CBBS-Sprecher Prof. Dr. Eckart Gundelfinger und Prof. Dr. Toemme Noesselt überreicht zusammen mit dem Rektor der OVGU Prof. Dr. Jens Strackeljan und Herrn Peter Hinrichs aus dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung den Preisträgern die Urkunden und Schecks. Fotos: Blumenstein/LIN

 

Siegerpaper:

Fischer, Bourgeois-Gironde und Ullsperger, Nature Communications, PMID: 29167430

 

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Treffen wir Entscheidungen gegen alle Vernunft? 

Menschen versuchen in aller Regel gute Entscheidungen zu treffen. Manchmal basieren diese Entscheidungen auf eigenen Erfahrungen und manchmal müssen wir uns auf abstrakte Informationen verlassen, da wir die langfristigen Konsequenzen unserer Entscheidungen nicht selbst erlebt haben. Zum Beispiel verzichten viele Menschen auf Fastfood, aber nicht etwa, weil sie schon selbst erlebt hätten, dass Gewicht oder Cholesterinspiegel danach steigen. Vielmehr verzichten sie aufgrund von Informationen über die negativen Langzeitfolgen von Fastfood-Konsum. In einer aktuellen, im Fachjournal Nature Communications publizierten Studie berichten Fischer und Kollegen von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Sorbonne Paris, dass kurzfristige Belohnungs- und Bestrafungs-Erlebnisse unsere Einschätzung über die Langzeitfolgen unserer Entscheidungen verzerren, obwohl wir genau wissen, dass der Kurzzeiteffekt nichts über die langfristige Wirkung aussagt: Ein positives Erleben (im Beispiel guter Geschmack des Essens) lässt uns glauben, dass eine Entscheidung auch langfristig besser ist, selbst wenn wir genau wissen, dass dies falsch ist.

Durch funktionelle Magnetresonanztomographie fanden die Forscher weiterhin heraus, dass kurzfristige Belohnungen und Bestrafungen und Informationen über langfristige Ergebnisse in zwar teilweise in getrennten Hirnregionen verarbeitet werden. Überschneidungen zwischen beiden Mechanismen zeigen sich jedoch im medialen Striatum, einer evolutionär alten Hirnregion, die Verhalten steuern und selektieren kann, und dem frontalen Cortex, einer Hirnregion, die mit höheren geistigen Funktionen und der Kontrolle von Verhalten assoziiert ist. Überraschenderweise waren gerade die Versuchsteilnehmer am besten in der Lage die tatsächlichen Langzeitkonsequenzen von Entscheidungen einzuschätzen, deren Hirnaktivität in den Kontrollregionen und in Regionen mit Überlagerung beider Prozesse, stark durch kurzfristige Ereignisse beeinflusst wurde. Das legt nahe, dass es möglicherweise besser ist gerade über die eigene direkte Erfahrungen kurzfristiger Ergebnisse zu reflektieren als zu versuchen diese zu ignorieren, wenn man langfristig gute Entscheidungen treffen will.

 

Siegerpaper:

Raza, Albrecht, Çalışkan, Müller, Demiray, Ludewig, Meis, Faber, Hartig, Schraven, Lessmann, Schwegler und Stork, Nature Communications, PMID: 28775269

 

 

CBBS Paper2016 mini

Wie merken wir uns wichtige Situationen und Zusammenhänge? 

Wir alle können uns an außergewöhnliche Erlebnisse und besondere Momente besser erinnern als an alltägliche Erfahrungen ohne spezielle Bedeutung. In unserer Studie untersuchten wir Mechanismen, die dem Gehirn ermöglichen eine solche Gewichtung von Informationen vorzunehmen. Hierzu inaktivierten wir im Gehirn von Mäusen einen kleinen von sogenannten HIPP Zellen kontrollierten Schaltkreis während eines Lernvorgangs. Wir konnten zeigen dass HIPP Zellen die Gewichtung von Informationen kontrollieren können, indem sie bestimmen wie viele andere Neurone in ihrem Schaltkreis zur Speicherung eingesetzt werden. Auch konnten wir das Neuropeptid Y als den neuronalen Botenstoff identifizieren, der während der Gedächtnisbildung von HIPP Zellen verwendet wird. Unsere Ergebnisse legen nahe dass eine Unterstützung der HIPP Zellfunktion dem Auftreten von traumatischen Erinnerungen bei verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen entgegenwirken kann.

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