eu efre logo

 

 

Die Universitätsmedizin Magdeburg bündelt ganzheitliche Expertise im „Zentrum für Hirngesundheit“

 

25.02.2026 - Prävention, Diagnostik, Therapie und Forschung aus einer Hand – Das neue Zentrum schafft Orientierung und unterstützt Betroffene mit gebündelter Expertise

Die Universitätsmedizin Magdeburg gründet das „Zentrum für Hirngesundheit“ und bündelt damit ihre herausragenden klinischen und wissenschaftlichen Kompetenzen in einem gesellschaftlich besonders relevanten Bereich. Ziel ist es, Menschen mit neurologischen, neurodegenerativen und psychischen Erkrankungen umfassend zu begleiten – von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zur langfristigen Nachsorge.

Die offizielle Auftaktveranstaltung findet am 6. Mai 2026 im Hörsaal 7 auf dem Campus in Magdeburg statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Gesellschaft sind eingeladen, sich über Ziele, Strukturen und Perspektiven des Zentrums zu informieren.

 

Antwort auf zentrale gesellschaftliche Herausforderungen

Mit dem Zentrum werden über Jahrzehnte gewachsene Strukturen gebündelt und unter einem Dach zusammengeführt. So entsteht eine zentrale Anlaufstelle, die die koordinierte Versorgung von Menschen mit Erkrankungen des Gehirns und der Psyche stärkt und Orientierung in einem komplexen Feld bietet.

Das Zentrum reagiert auf den demografischen Wandel und den starken Anstieg neurodegenerativer und psychischer Erkrankungen. Früherkennung, gezielte Therapien und neue Behandlungsansätze – etwa Antikörpertherapien – eröffnen neue Chancen, Krankheitsverläufe zu beeinflussen und Lebensqualität zu erhalten.

 

Ganzheitliche Versorgung für Betroffene und Angehörige

Das Spektrum reicht von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson über Schlaganfälle und psychische Erkrankungen bis hin zu innovativer Bildgebung und neuroradiologischen Verfahren, die interdisziplinär behandelt und durch eine individuelle Nachsorge ergänzt werden.

 

Starke Partner – national und international vernetzt

Der neurowissenschaftliche Standort Magdeburg gehört europaweit zu den führenden Zentren. In mehr als 30 Jahren ist eine international sichtbare Forschungs- und Versorgungslandschaft entstanden – mit der größten Gedächtnisambulanz in Sachsen-Anhalt sowie Anbindung an europäische Demenz- und Brain-Health-Netzwerke.

Eine zentrale Rolle spielt der Sonderforschungsbereich 1436 „Neuronale Ressourcen der Kognition“, der erforscht, wie das Gehirn trotz Alterungsprozessen leistungsfähig bleibt und wie kognitive Fähigkeiten erhalten oder gestärkt werden können.

Das Zentrum kooperiert eng mit dem Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie national mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), dem Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) und dem Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG). Internationale Partner sind unter anderem die University of Iowa und das Allen Institute for Brain Science. Diese Vernetzung beschleunigt die Übertragung von Forschungsergebnissen in neue Therapien.

 

High-Tech für Forschung auf internationalem Spitzenniveau

Die wissenschaftliche Stärke des Standorts beruht zudem auf modernsten Schlüsseltechnologien: Ein hochauflösendes 7-Tesla-MRT-System und ein weltweit führendes 7-Tesla-Konnektom machen feinste Strukturen des Gehirns sichtbar, ein PET-MRT erlaubt die Darstellung molekularer Prozesse im Gehirn und modernste Mikroskopie eröffnet Einblicke in die Nanostruktur von Nervenzellen. Zudem stehen modernste molekulare Techniken wie die räumliche Transkriptomik vor Ort zur Verfügung und ermöglichen eine präzise Analyse der Genaktivität – sie sind entscheidend für die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie.

Die enge Verzahnung von Grundlagenforschung, Translation und Klinik sorgt für einen schnellen Nutzen in der Patientenversorgung. Deutschlandweit führend ist der Standort zudem in der Erforschung von sogenannten „Super-Agern“, das sind Menschen, die auch im hohen Alter außergewöhnlich leistungsfähig bleiben. Über die Mittel-Elbe-Forschungsplattform werden gemeinsam mit Hausärztinnen und Hausärzten neue Präventions- und Interventionsansätze erprobt. Ausgründungen beschleunigen zusätzlich den Transfer in die Praxis.

„Mit dem Zentrum für Hirngesundheit schaffen wir eine Struktur, die klinische Exzellenz und internationale Spitzenforschung systematisch zusammenführt. Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten jeden Alters eine Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten – von der Prävention bis zur innovativen Therapie. Magdeburg ist damit ein überregional sowie international sichtbarer Leuchtturm“, betont Prof. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg.

Prof. Daniela Dieterich, Dekanin der Medizinischen Fakultät, hebt die enge Verbindung zwischen Versorgung und Forschung hervor: „Wir sind am Standort Magdeburg entlang der gesamten wissenschaftlichen Wertschöpfungskette breit aufgestellt – von der Grundlagenforschung über klinische Studien bis hin zu neuen Therapien, Ausgründungen und Industriekooperationen. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es uns, Erkenntnisse aus der Forschung schnell in konkrete Verbesserungen für Patientinnen und Patienten zu überführen.“

Neue Kooperationen – etwa mit dem entstehenden Herzzentrum – sollen künftig auch die enge Verbindung zwischen Herz- und Gehirngesundheit stärker in die klinische Praxis integrieren.

 

Stärkung des Wissenschafts- und Gesundheitsstandorts

Auch die Landesregierung würdigt die strategische Bedeutung des neuen Zentrums. „Die Gründung des Zentrums für Hirngesundheit unterstreicht die herausragende Rolle der Universitätsmedizin im Bereich der Neurowissenschaften. Hier entstehen Innovationen, die weit über Sachsen-Anhalt hinauswirken. Das Land wird diesen Leuchtturm weiterhin unterstützen, weil er wissenschaftliche Exzellenz mit konkretem Nutzen für die Menschen verbindet“, erklärt Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne sagt: „Unser Bundesland ist aufgrund des hohen Altersdurchschnitts der Bevölkerung stark von neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson betroffen. Das neue Zentrum für Hirngesundheit stärkt den Gesundheitsstandort Sachsen-Anhalt. Durch das Zusammenwirken von Prävention, Diagnostik und Therapie wird vor allem die älter werdende Bevölkerung im Land profitieren.“

Seit den 1990er Jahren wurden die Neurowissenschaften am Standort Magdeburg konsequent ausgebaut und strategisch gefördert. Die Gründung des Zentrums markiert nun einen weiteren Meilenstein und stärkt die führende Rolle des Standorts in Sachsen-Anhalt sowie seine wachsende nationale und internationale Bedeutung.

 

Auftaktveranstaltung am 6. Mai 2026

Die Veranstaltung „Zentrum für Hirngesundheit“ am 6. Mai 2026 bietet Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte, innovative Therapieverfahren, Ausbildungsinitiativen und Industriekooperationen. Neben wissenschaftlichen Vorträgen stehen die strategische Weiterentwicklung des Zentrums sowie zukünftige Versorgungs- und Forschungsansätze im Mittelpunkt.

Mit dem Zentrum setzt die Universitätsmedizin Magdeburg ein klares Signal: für eine moderne, interdisziplinäre und international vernetzte Medizin, die Prävention, Resilienz und Lebensqualität in den Mittelpunkt stellt – und damit neue Perspektiven für ein gesundes Leben in einer alternden Gesellschaft eröffnet.

 

Prof Heinze Prof Willingmann Zentrum Hirngesundheit Schubert UMMD heller

Foto: (v. l.) Prof. Dr. med. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg, und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Universitätsklinikums Magdeburg, freuen sich auf das neue „Zentrum für Hirngesundheit“. Fotografin: Melitta Schubert / UMMD

Pressetext: FME/OVGU Magdeburg

Mitglieder

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

LIN Leibnizinstitut für Neurobiologie Magdeburg


Nachwuchsförderung

CBBS Graduierten Logo