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Prof. Dr. Henning Scheich

* 12.05.1942, † 30.05.2025

Henning Scheich

Henning Scheich (1942 - 2025) war ein deutscher Neurophysiologe und Lernforscher von internationalem Rang.
Nach der Wiedervereinigung kam er als Gründungsdirektor an das heutige Leibniz-Institut für Neurobiologie nach Magdeburg und baute mit viel Enthusiasmus und politischem Geschick rund um das Institut einen weithin sichtbaren Standort der modernen Neurowissenschaften auf. Er setzte sich intensiv für die breit angelegte Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität ein und war einer der Gründerväter des Center for Behavioral Brain Sciences.
Auf seine strategischen Initiativen hin gelang schon früh die Ansiedelung von Kernspintomographen für die neurobiologische Forschung in Magdeburg, und die Inbetriebnahme des europaweit ersten 7Tesla-Tomographen bleibt für immer mit seinem Selbstversuch vor laufenden Kameras verbunden.
Als wissenschaftlicher Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft von 1995 bis 2003 navigierte er die Wissenschaftsorganisation durch politisch schwierige Zeiten und übte einen prägenden Einfluss auf die deutsche Forschungslandschaft aus.
Henning Scheich war fasziniert davon, wie Signale aus der Umwelt, und insbesondere akustische Informationen, im Gehirn verarbeitet, gefiltert und interpretiert werden und das Verhalten des Individuums prägen. Er wollte verstehen, wie Motivation unser Lernen und Erinnern moduliert, und wie optimale Lernbedingungen geschaffen werden können.
In der gesellschaftlichen Bildungsdebatte meldete er sich immer wieder zu Wort und verteidigte vehement neurobiologisch fundierte Lernkonzepte. Sein Credo: Lernen ist nicht nur eine Aufgabe für die Forschung, sondern kann auch als ein optimistisches Konzept für eine Gesellschaft angesehen werden.
Henning Scheich war Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Träger des Verdienstordens des Landes Sachsen-Anhalt und Ehrenmitglied des CBBS.

Status: Ehrenmitglied, verstorben

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